Zur der natürlichen Pflanzenwelt auf dem Stadtgebiet Briegs gehören Laubwälder. An der Oder im Bereich der Überschwemmungsgebiete herrschten grundsätzlich Pappel-Weiden- und Ulmen-Eschen-Wälder vor. Die höher gelegenen Gebiete hingegen, die von den Überschwemmungen unbetroffen blieben, waren von Laubwäldern mit vorwiegenden Eichen, Linden, Ahornen und Hainbuchen bewachsen. Die Naturlandschaft wurde Jahrhunderte lang allmählich vom Menschen vernichtet, so dass der Laubwald heute nur noch weit zurückgedrängte Überreste an der Oder aufweist; Baumgruppen mit vorwiegend Eichen, Linden, Ahorn und Hainbuchen werden nur in bestimmten Parkteilen vertreten. Enge Flächen am Stadtgraben kennzeichnet der Baumbestand mit vorwiegend Schwarzerlen oder Erlen und Eschen (gemeine Esche). Die in Brieg charakteristischen Waldflächen unterscheiden sich gewaltig von den sonst in der Natur vorkommenden Laubwäldern. Heutzutage sind auf dem Verwaltungsgebiet Briegs wenigstens 150 Baum- und Straucharten vertreten. Außer den Landesarten wachsen hier Bäume und Sträucher aus vielen anderen Gebieten Europas, Asiens und Nordamerikas. Die Parkflächen umfassen etwa 81 ha, Grünflächen – etwa 12,5 ha und Wohnsiedlungsgrünflächen – 20 ha. In der Stadtmitte im Bereich des Stadtgrabens gibt es drei Parks – den Zentralpark (6 ha), Graben- (4,3 ha) und Oderpark (4,6 ha). Zwischen der 1-Maja-Straße und der Westerplatte-Wohnsiedlung erstreckt sich ein kleiner Vogelpark (1,3 ha). Der größte am südwestlichen Stadtrand gelegene Park, der Freiheitspark (etwa 65 ha), gleicht dem Wald der Stadtgrenzgebiete. Darüber hinaus hat sich im südlichen Stadtteil – im Bereich der so genannten Grünfläche (Zielonka) – auf der Fläche von mehreren Hektar die Pappelmonokultur durchgesetzt. Zu den interessantesten in Brieg vertretenen Arten gehören Urweltmammutbaum – ein origineller Nadelbaum, der seine Nadeln im Winter abwirft, sowie der japanische Zwerg-Schneeball – ein nur noch in den Gartenanlagen vorkommender Strauch (in der Natur in Japan kaum vorhanden). Von anderen interessanten Arten wären u.a. Kuchenbaum, Trompetenbaum und amerikanisches Gelbholz zu nennen. Günstige Boden- und Klimabedingungen im Stadtbereich haben zur Folge, dass manche Bäume ungewöhnlich groß und daher zu Naturdenkmälern erklärt wurden. Zu diesen zählen solche Arten, wie z.B. gemeine Eibe, Sumpfzypresse, Stieleiche, Gemeine Buche, Platane und Tulpenbaum.

Marek Stajszczyk
Leiter der Ökologischen Bildung
Brieger Kulturhaus