Der Reichtum an Wirbeltierarten zeichnet Brieg gegenüber anderen niederschlesischen Städten aus. Charakteristisch für die Stadt ist eine relativ große Fläche an Parks (etwa 90 ha) und anderen Grünanlagen (etwa 33 ha). In Brieg sind insgesamt ca. 150 Baum- und Strauchgattungen vertreten, die nicht nur aus Europa, sondern auch aus Asien und Nordamerika stammen. Der erwähnten großen Fläche der Stadtparks und dem gewissen Reichtum an alten Bäumen zufolge sind hier Tiere vorhanden, denen man sonst nur in den Wäldern begegnen kann. Zu diesen gehören u.a. die in Baumhöhlen nistende Hohltaube, verschiedene Spechtarten (Grau-, Schwarz- und Mittelspecht) sowie Rotkehlchen, Waldlaubsänger, Zilpzalp, Goldhähnchen, Sumpf- und Tannenmeise und Waldbaumläufer zu nennen. Zahlreich sind hier auch u.a. Tauben (Ringel- und Türkentaube), Amsel, Mönchsgrasmücke, Buchfink, Grünfink und Girlitz vertreten. Die Parks besiedeln zusätzlich Eichhörnchen, Wildkaninchen, Hausmarder und Wiesel, seit kurzem auch Füchse. Vom Spätherbst bis zum Frühlingsanbruch trifft man in den Brieger Parks u.a. auf Seidenschwanz, Misteldrossel und Gimpel. Die Stadt durchziehende Oder, der Stadtgraben sowie mit Wasser gefüllte ehemalige Gruben tragen dazu bei, dass in der Stadt verschiedene im Wasser lebende Tierarten vorkommen. An der Oder entlang im Stadtbereich findet man leicht Kreuzenten und Lachmöwen. Die Gattungen, die das ganze Jahr vorkommen, ergänzen darüber hinaus Kormoran, Graureiher, Höckerschwan, Reiherente, Schellente, Gänsesänger, Blässhuhn, Möwen (Sturm- und Silbermöwe) sowie Eisvogel. Im Spätfrühling und Sommer kann man einige schön gefärbte Arten von Liebellen beobachten, diese sitzen hoch im Dickicht direkt am Ufer der Oder. Vom Herbst bis zum Frühling sind in Brieg an der Oder Zwergtaucher, Doppelhaubentaucher, Tafelente und Teichralle zu sehen. Von anderen Arten kommen an der Oder im Stadtbereich u.a. Bisamratte und amerikanischer Nerz vor. In den Überresten des mit Wasser gefluteten Stadtgrabens leben interessante Reptilien – Wassermolch und Wechselkröte. Von Wasservogelarten sollen hier vor allem Kreuzenten und domestizierte Höckerschwäne genannt werden. Zum Naturkolorit tragen die mit Wasser gefluteten Gruben im südlichen Stadtteil mit u.a. einigen Arten von Libellen und der aus Nordamerika stammenden, unbesonnen aus dem Terrarium freigelassenen Rotwangen-Schmuckschildkröte bei. Als Säugetierarten sind hingegen Bisamratte, Schermaus und amerikanischem Nerz vertreten. Die auffälligste Tierart an den Gruben sind aber die Vögel. Hier nisten u.a. Doppelhaubentaucher, Zwergdommel, Höckerschwan, Reiherente, Teichralle sowie Drosselrohrsänger, Teichrohrsänger und Beutelmeise. Zur Zeit der Frühlings- und Herbstmigration beobachtete man an den Gruben schon Rothalstaucher, Pfeif-, Schnatter-, Knäk-, Löffel-, Spieß- und Moorente als auch Rohrweihe, Fischadler und Wasserralle. Einen vergleichbar interessanten Lebensraum bieten ebenfalls Schrebergärten. Da trifft man u.a. auf Grauunke, Buntspecht, Gartenrotschwanz, Igel und Feldhase. Selbst der Altbau leistet seinen Beitrag zur Vielfalt der Fauna in der Stadt: er wird zum Standort von Turmfalke, Schleiereule und Fledermaus.